Pferdetypen in der TCM

Pferdetypen


Pferdetypen in der TCM


In der chinesischen Medizin werden Pferde nach Typen eingeteilt, denen verschiedene Charaktereigenschaften und Körpermerkmale zugeordnet werden.


Folgende Typen werden unterschieden:

• der sensible Nierentyp
• der gemütliche Milztyp
• der leicht erregbare Lebertyp
• der explosive Herztyp
• der souveräne Lungentyp


Wenn du als Besitzer weisst, zu welchem Typ dein Pferd gehört, gibt dir das wichtige Hinweise darüber, welche Art von Training sinnvoll ist und welche klimatischen Faktoren die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit deines Pferdes fördern oder hemmen. Es kann dir insgesamt helfen dein Pferd richtig einzuschätzen. Je nach Typ ist das Hauptthema im täglichen Umgang Können, Verstehen oder Wollen.

 

1. Der Nierentyp
In der Niere ist die angeborene Grundenergie eines Lebewesens gespeichert, die es bereits mit der Zeugung erhält. Die individuell angeborene Energie kann nicht vermehrt werden, aber durchaus verbraucht. Die Niere gehört zum Element Wasser, sie hat eine ausscheidenden Funktion für Giftstoffe. Zusätzlich ist sie für den Wärmehaushalt zuständig und wird den Knochen und Zähnen zugeordnet. Der Öffner für die Niere ist das Ohr.
Pferde die dem Nierentyp zugeordnet werden sind freundlich, menschenbezogen und sehr lernwillig, aber auch sensibel. Deswegen ist die größte Falle im Training diese Tiere zu überfordern. Sie sind immer bei der Sache und arbeiten eifrig mit um es ihrem Menschen möglichst recht zu machen. Eigentlich ist der Nierentyp aber ein Spätentwickler und dementsprechend viel Zeit sollte ihm der Besitzer bei der Ausbildung zugestehen. Eine Überforderung äußert sich schnell in Ängstlichkeit und Unsicherheit.
Optisch sind Nierentypen eher zart mit spärlich ausgeprägtem Langhaar.
Der Nierentyp friert schnell und Kälte wirkt sich negativ auf sein Leistungsvermögen und seine Gesundheit aus. Probleme entstehen dann vor allem bei der Atmung (ohne medizinischen Befund an der Lunge). Weitere häufig auftretende Symptome beim Nierentyp sind Infektanfälligkeit, Arthrosen und Knochenerkrankungen, Zahnprobleme sowie mangelnde Kraft vor allem in der Hinterhand, sie machen dem Nierentyp vorrangig im Winter Beschwerden. Im Gegensatz dazu fördert Wärme sein Wohlbefinden, Nierentypen sind bei extremen Wetterbedingungen dankbar für eine Decke. Auch wärmende Therapien kommen ihnen und der oft empfindlichen Rückenpartie zugute.

 

2. Der Milztyp
Die Aufgabe der Milz im Körper ist es alles an seinem Platz zu halten. Das zugeordnete Sinnesorgan sind die Lippen, oft findet man Milztypen entspannt dösend mit hängender Unterlippe. Die Milz gehört zum Element Erde und ihr wird der klimatische Faktor Nässe zugeordnet. Milztypen neigen zu Erkrankungen bei regnerischem Wetter und leiden eher unter innerer Nässe als andere Pferdetypen. Diese äußert sich in Schleimansammlungen, angelaufenen Beinen, Ödemen und Kotwasser. Auch diesen Pferden tut eine Decke gut, besonders an Regentagen. Im Spätsommer treten Krankheitsneigungen verstärkt auf. Die Muskulatur dieser Pferde ist eher weich, Verspannungen in dem Bereich sind meist nicht ihr Thema.
Pferde vom Milztyp sind ruhig, ausgeglichen, gemütlich und nicht sehr leistungswillig. Nach der Aufwärmphase zeigt sich der Milztyp fleissiger als zu Trainingsbeginn, deswegen sollte man ihnen dafür in jeder Einheit genug Zeit einräumen und nie zu viel auf einmal verlangen. Wird er körperlich oder psychisch überfordert zieht er sich in sich selbst zurück und dies verstärkt seine Faulheit. Abwechslung und Motivation stehen an oberster Stelle. Alles einmal gelernte wird beim Milztyp fest abgespeichert und nicht mehr vergessen, daher eignen sie sich gut für Reitanfänger oder (Wieder-)Einsteiger oder innerhalb von Therapien als Verlasspferd.
Optisch neigt der Milztyp zu Ödemen und Fettdepots und hat insgesamt eine rundliche und schwammige Erscheinung. Um an Futter zu kommen nehmen sie häufig einen hohen Rang innerhalb der Herde ein, den sie auch nicht so leicht aufgeben.

 

3. Der Lebertyp
Die Leber ist der Motor des Körpers und hilft dabei, die Lebensenergie zirkulieren zu lassen. Sie stellt die treibende Kraft für alle Aktivitäten dar. Ihr zugeordnetes Sinnesorgan sind die Augen, das Gewebe die Sehnen. Besonders im Frühjahr haben diese Pferde bei einem energetischen Ungleichgewicht mit Bindehautenzündungen und Sehnenproblemen zu tun.
Der Lebertyp ist dominant und mutig, häufig findet man ranghohe Herdentiere von diesem Typen. Er ist sehr intelligent und möchte ernst genommen werden. Wenn eine vom Lebertyp bereits verstandene Aufgabe zu oft wiederholt wird ärgert ihn das. Auf Druck reagiert er mit Anspannung. Die gemeinsame Arbeit sollte möglichst fair, geradlinig, abwechslungsreich und mit Pausen gestalten werden, eine inkonsequente Ausbildung hat ein launisches Pferd zur Folge.
Optisch sind Lebertypen selbstbewusste und auffällige Pferde, die sofort ins Auge stechen und sich in Szene zu setzen wissen. Im jungen Alter sind sie stürmisch, dominant und grob, oft kommen sie deswegen mit Bisswunden von der Koppel. Wenn man ihre Leistungsstärke, Willenskraft und Unerschrockenheit für sich zu nutzen weiß, entwickeln sie sich zu Pferden mit viel Potential im Leistungssport. Beim Training sollte die psychische Ausgeglichenheit dieses Typen im Vordergrund stehen, innere Losgelassenheit wirkt sich bei ihnen besonders positiv auf die körperliche Verfassung aus. Der Lebertyp ärgert sich schnell über Kleinigkeiten, durch Ärger und Zorn baut er dann einen erhöhten Muskeltonus auf und auch insgesamt neigt er zu Verspannungen. Lebertypen profitieren von entspannenden Therapien und einem ausgeglichenen Besitzer. So lässt sich ihre viele Energie am besten bündeln und positiv nutzen.
Mein Pony Kleo hat viele Züge eines Lebertypen, bis vor ein paar Jahren waren der Umgang und die tägliche Arbeit durchaus herausfordernd, mit viel Beziehungsarbeit und Geduld ist es nun viel viel besser geworden.

 

4. Der Lungentyp
Die Lunge ist in der Akupunktur der Sitz der Seele. Die zugeordneten Funktionskreise sind Lunge und Dickdarm. Durch die Emotionen Trauer und Kummer kann die Lunge als Organ geschädigt werden und es treten Atemwegserkrankungen auf. Als Jahreszeit ist der Lunge der Herbst zugehörig, als klimatischer Faktor die Trockenheit.
Auch optisch ist der Lungentyp durch Trockenheit geprägt, er hat klare Gelenke, wenig Muskelgewebe und einen in sich ruhenden Ausdruck.
Pferde des Lungentypes sind vom Gemüt ausgeglichen und arbeitsfreudig. Neuem gegenüber verhalten sie sich vorsichtig aber aufgeschlossen und unerschrocken. Insgesamt sind es unauffällige Tiere, die erst auf den zweiten Blick wirken. Dennoch werden diese Pferde immer ihr Bestes geben um ihrem Besitzer zu gefallen. Lungentypen sind in jeder Hinsicht unkompliziert. Stallwechsel stellen für sie keine Herausforderung dar und in neue Herden ordnen sie sich problemlos ein.
Ihr Charakter ist ihre Stärke, die Schwachstelle der Körper. Im Training ist es wichtig darauf zu achten diese Pferde langsam aufzutrainieren, besonders ihre Muskulatur braucht genug Zeit um sich entwickeln zu können. Auf Überforderung reagieren Lungentypen im Gegensatz zu anderen Pferden nicht mit nachlassender Leistung, sondern mit körperlichen Symptomen wie Haut- oder Lungenproblemen. Aufgrund ihrer hohen Toleranz gegenüber Reizen, ihrer Ausgeglichenheit und ihres Arbeitswillens in Verbindung mit hoher Kooperationsbereitschaft findet man sie häufig im Vielseitigkeitssport.
Jeder der ein solches Pferd besitzt kann sich sehr sehr glücklich schätzen und wird mit ihm viel Freude haben.
Gräfin ist ein ganz typischer Lungentyp. 

 

5. Der Herztyp
Das Herz beheimatet in der chinesischen Medizin den Geist. Jegliche Störungen im Funktionskreis Herz führen deswegen zu Hysterie im Verhalten. Pferde vom Herztyp regen sich viel und oft auf, sowohl über bekannte als auch über unbekannte Dinge, und lassen sich dann schlecht wieder beruhigen. Bei Ihnen versagt jedes Gelassenheitstraining, da die Überreaktionen Teil des Naturells dieser Pferde sind. Die beste Lösungsstrategie stellen Routine und Ruhe dar, Beständigkeit in jeder Hinsicht gibt ihnen Sicherheit. Stallwechsel oder auch wechselnde Boxennachbarn, Veränderungen innerhalb der Herde oder veränderte Futterzeiten bringen sie aus ihrem inneren Gleichgewicht. Dann kann das vorher so nette und unkomplizierte Pferd plötzlich unberechenbar werden. Auch in der Herde suchen sich Herztypen einen Partner aus, an dem sie dann stark hängen. Es sind insgesamt sensible Pferde, anlehnungsbedürftig und höflich, aber sie fordern auch die ständige Aufmerksamkeit ihres Menschen. Im Training stellt es eine wahre Gradwanderung dar, sie weder zu langweilen noch mit zu viel Druck zu überreizen. Denn obwohl sie optisch wirklich schöne Pferde sind sollte man sie nicht unterschätzen, sie können unvorhergesehen explosiv reagieren. Herztypen lernen schnell aber können sich nicht lange konzentrieren. Die größte Herausforderung im Umgang stellt es dar immer das richtige Mittelmass der Dinge zu finden. Herztypen sind ganz speziell, da braucht man wirklich starke Nerven. Körperlich sind sie sehr leistungsfähig und wenn man es schafft sich selbst für ihren besonderen Charakter und sie für die eigenen Interessen zu motivieren und zu begeistern können sie tolle Partner werden. 

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